Karriere als Bauleiter.

Berufseinstieg als Bauleiter bei C + P.

Ein Bericht aus der Praxis.

Lukas Mai und Julian Arnold sind beide als Bauleiter bei C + P Schlüsselfertiges Bauen am Standort in Angelburg tätig. Beide haben an der THM in Gießen Bauingenieurwesen studiert. Beide haben ihre Abschlussarbeit bei uns geschrieben – bei Julian war es die Masterarbeit, bei Lukas die Bachelorarbeit. Seit August 2019 ist Lukas jetzt als Bauleiter bei uns an Bord, Julian seit Oktober 2020.

Wir hatten die beiden im Doppelinterview und wollten unter anderem wissen, warum sie sich für diesen Job entschieden haben, was im Alltag besonders viel Spaß macht und ob es Herausforderungen gibt? Vor allem interessierte uns aber natürlich: Welche Tipps können die beiden anderen Studierenden und Absolvent*innen für den Berufsstart geben?

Wie sieht ein typischer Arbeitstag als Bauleiter aus?

Lukas:

„Da ich aktuell sehr viel Zeit auf einer Baustelle in Nürnberg verbringe, unterscheiden sich meine Arbeitstage oft sehr stark. Von 'Täglich grüßt das Murmeltier' kann da keine Rede sein. Hauptsächlich bin ich mit der Koordination der Nachunternehmer sowie der Qualitätsüberwachung der gelieferten Bauleistungen beschäftigt. Da gilt es oftmals, auftretende Probleme und Details unterschiedlichster Art zeitnah zu lösen. Hinzu kommt beispielsweise das Anfertigen von Ausschreibungen und Nachtragsangeboten, die Teilnahme an Vergabegesprächen mit potenziellen Nachunternehmern sowie an Besprechungen mit der Bauherrschaft. Wenn Not am Mann ist, wird die ein oder andere bauliche Tätigkeit auch mal selbst erledigt. Langeweile kommt nie auf.“

Julian:

„Den einen typischen Arbeitstag gibt es als Bauleiter irgendwie gar nicht und das ist das Tolle an dem Job. Jeder Tag bringt etwas Neues und wenn frühmorgens eins klar ist, dann, dass Abwechslung auf der To-do-Liste steht. Ich habe aktuell eine Baustelle in der Nähe unseres Firmensitzes, so dass ich oft eine Hälfte des Tages im Büro verbringe und die andere Hälfte auf der Baustelle. Doch egal, wo ich mich gerade aufhalte: Kommunikation ist ein wesentlicher Bestandteil meines Tages. Es gibt viel abzustimmen und zu koordinieren, damit in der Abwicklung des Projektes alle Rädchen reibungslos ineinandergreifen. Bei großen Projekten teilt man sich die diversen Aufgaben häufig mit anderen Bau- bzw. Projektleitern, bei etwas kleineren Bauvorhaben – wie in meinem aktuellen Fall – übernimmt man die Aufgaben selbst.“

Was macht den Job so abwechslungsreich?

Julian:

„Gerade jetzt, wo ich noch am Anfang meiner Karriere stehe, bringt jeder Tag eine neue Herausforderung – aber auf positive Weise! Durch die Vielzahl der zu koordinierenden Gewerke muss man sich in viele Themen reindenken und einiges auf dem Schirm behalten. Es gibt jede Menge Schnittstellen in die verschiedensten Bereiche. Von „Ich sitze einen Tag lang am Schreibtisch“ bis zu „Ich laufe bei Regen über die Baustelle“ ist alles dabei. Aber natürlich überwiegen die Tage mit strahlendem Sonnenschein ;-) 

Lukas:

„Durch die Betreuung der einzelnen Gewerke setzt man sich mit vielen unterschiedlichen Thematiken und technischen Anforderungen auseinander. Hinzu kommt, dass man dabei auch mit ganz verschiedenen Typen und Nationalitäten von Menschen zusammenarbeitet. Das macht nicht nur viel Spaß, sondern macht den Job für mich persönlich noch spannender. Als Bauleiter betreut man nach und nach verschiedene Baustellen, so dass es regelmäßig zu neuen Einsatzorten kommt, man nie zu lange an einem Platz verweilt und sich ständig neuen Aufgaben stellen darf.“

Gibt es Dinge, die in diesem Job besonders herausfordernd sind?

Lukas:

„Was viel Abwechslung bietet, ist oftmals auch gleichzeitig herausfordernd. Dabei möchte ich auf die Antwort der vorherigen Frage verweisen. Gerade da der Beruf sehr vielschichtig ist, ist er stellenweise auch sehr herausfordernd.“

Julian:

„Da kann ich mich nur anschließen. Ich habe eben von den ineinandergreifenden Rädchen gesprochen. Im Verlauf eines Bauprojektes können die sich natürlich auch mal verhaken und dann heißt es, das Ganze lösungsorientiert wieder ans Laufen zu bringen. Dazu muss man wissen, wie Dinge zusammenhängen und neben allem Fachwissen auch pragmatisch an Aufgaben und Probleme herangehen.“

Was macht am meisten Spaß?

Lukas:

„Das Lösen von auftretenden Problemen reizt mich und macht mir besonders viel Spaß. Außerdem begeistert es mich immer wieder, den stetigen Fortschritt einer Baustelle zu beobachten. Wo Anfangs ein unerschlossenes Gelände brach lag, wird am Ende ein fertiges Gebäude in Betrieb genommen. Gemeinsam mit den Kolleg*innen einen Anteil dazu beigesteuert zu haben, bringt ein gutes Gefühl mit sich. Da der Fortschritt oft schon von Woche zu Woche deutlich wird, mangelt es nicht an Motivation und man stellt sich gerne weiterhin den kommenden Aufgaben.“

Julian:

„Da machen uns beiden eindeutig die gleichen Dinge Spaß :-). Ich finde es auch super, dass man am Ende jeder Woche wirklich sehen kann, was man geschafft hat. Und wenn dabei dann alles auch noch exakt so gelaufen ist, wie man es im Team erarbeitet und geplant hat, kommt man in der Woche drauf gern wieder zur Arbeit und gibt weiter Vollgas.“

Wann war für Dich klar, dass Du gern als Bauleiter arbeiten möchtest?

Julian:

„Ich habe als Schüler mal ein Praktikum bei C + P Schlüsselfertiges Bauen gemacht. Da war klar: die Baubranche und ich passen zusammen! Und deshalb ging es dann zielgerichtet in diese Richtung weiter. Nach dem Abi habe ich mein Studium begonnen und im Bereich Baumanagement vertieft, weil mir früh klar war, dass die Abwechslung des Bauleiterjobs was für mich ist.“

Lukas:

„Bei mir war es tatsächlich ein bisschen anders. Den Entschluss, in Richtung Bauleitung zu gehen, habe ich erst gegen Ende meines Studiums gefasst. Ich wollte zum Berufseinstieg gerne ein möglichst breites Spektrum am Bau kennenlernen und mir praktisches Wissen aneignen. Da ich mich selbst nicht im Nine-to-five-Job im Büro gesehen habe und mich zudem als offenen und kommunikativen Menschen beschreiben würde, konnte ich mir eine Tätigkeit in der Bauleitung gut vorstellen. So kam es dazu, dass ich mich auf eine Stellenausschreibung im Schlüsselfertigbau beworben und das bisher nicht bereut habe.“

Welche Voraussetzungen sollte man Deiner Meinung nach für den Job als Bauleiter mitbringen?

Julian:

„Da fallen mir spontan ein: Aufgeschlossenheit, Kommunikationsstärke, sicheres Auftreten und Selbstvertrauen sowie fachliche Kompetenz."

Lukas:

„Da stimme ich Dir zu, würde aber noch ergänzen: technisches Interesse, strukturiertes Arbeiten und Denken, Teamfähigkeit.

Was gefällt Dir am Arbeiten bei C + P besonders? Gibt es etwas, das Du hervorheben möchtest?

Lukas:

„Hervorheben möchte ich auf jeden Fall das Arbeitsklima. Da ich bereits meine Abschlussarbeit zum Studium im Schlüsselfertigbau geschrieben habe, konnte ich vorab einige Eindrücke sammeln. Diese haben sich nach dem Beginn meines Arbeitsverhältnisses mehr als verfestigt. Das gute Miteinander unter den Kolleg*innen, die flachen Hierarchien und das entgegengebrachte Vertrauen schaffen ein ganz besonderes Arbeitsumfeld, welches ich absolut nicht missen möchte.“

Julian:

„Ist bei mir ganz genauso. Es wird einem viel Vertrauen entgegengebracht und man kann von Anfang an sehr eigenverantwortlich arbeiten. Gleichzeitig bekommt man jede Unterstützung, die man braucht. Egal, wen man um Rat fragt: Man bekommt jederzeit eine ausführliche und hilfreiche Antwort.“

Wenn Du zurückblickst auf Deinen eigenen Berufseinstieg: Gibt es etwas, das Du anderen Studierenden und Absolvent*innen mit auf den Weg geben würdest? Tipps? Dinge, die es aus Deiner Sicht zu beachten gibt?

Julian:

„Für mich waren meine verschiedenen Praktika und Werkstudententätigkeiten sehr hilfreich. Deshalb wäre meine Empfehlung, möglichst früh während des Studiums den Praxisbezug zu suchen. Das hilft für den späteren Berufseinstieg, aber auch im Studium selbst, wenn man sieht, wie die erlernte Theorie in der Praxis angewendet wird.“

Lukas:

„‘Wer fragt ist ein Narr für fünf Minuten. Wer nicht fragt, ist ein Narr für immer.‘ Gerade im unmittelbaren Zeitraum nach dem Berufseinstieg sieht man sich oftmals mit vielen neuen und teilweise auch unbekannten Details und Thematiken konfrontiert, die man im Studium womöglich gar nicht oder nur unzureichend gelernt hat. Man sollte mit Fragen immer offen auf Kolleg*innen zugehen, um von deren oft langjähriger Erfahrung zur profitieren. Außerdem finde ich es wichtig, anderen Personen stets mit Respekt zu begegnen. Dabei ist es egal, ob es sich um die Bauherrschaft, Kolleg*innen oder Arbeiter*innen auf der Baustelle handelt. Ein respektvolles Miteinander ist oftmals die Grundlage für ein gutes Gelingen.“