Unser Weg zum Nachhaltigkeitsmanagement
...einfach anfangen
Ein funktionierendes Nachhaltigkeitsmanagement in kurzer Zeit aufzubauen? Für ein mittelständisches Bauunternehmen alles andere als selbstverständlich. Und egal ob Bauunternehmen oder andere Branche: Wer sich mit Nachhaltigkeit – freiwillig oder nicht – beschäftigt, steht generell vor großen Herausforderungen.
Dennoch ist es uns innerhalb eines Jahres gelungen, ein Nachhaltigkeitsmanagement aufzubauen. Es würde zu weit gehen, wenn wir sagen: Mit Blut, Schweiß und Tränen. Aber natürlich hatten wir dicke Bretter zu bohren – mitunter auch ziemlich dicke Bretter! –, aber mit dem richtigen Werkzeug war es zu schaffen.
Verwirrung durch die Politik
Die raschen politischen Entwicklungen sorgen schon mal für Verunsicherung. Schnell entsteht das Gefühl, den Überblick zu verlieren.
Bei CHRISTMANN + PFEIFER haben wir die erstmalige Verpflichtung zur Veröffentlichung eines Nachhaltigkeitsberichts zum Anlass genommen, ein entsprechendes Management aufzubauen. Auch nach dem Omnibus-Paket und den damit einhergehenden Lockerungen haben wir diesen Weg bewusst weiterverfolgt. Für uns war klar: Abwarten ist keine Strategie.
Indem wir uns freiwillig mit Nachhaltigkeit beschäftigen und einen Bericht nach ESRS veröffentlich haben, konnten wir die Basis für mögliche weitere Anforderungen schaffen und sind bereits gut vorbereitet.
Der Preis der Nachhaltigkeit
Wer Veränderung will, der muss investieren. Beim Aufbau eines Nachhaltigkeitsmanagements entstehen durchaus Kosten – insbesondere durch den Einsatz von Personalressourcen, externe Beratung und die Einführung neuer Prozesse. Gerade für ein mittelständisches Unternehmen ist das eine große Hürde.
Wir haben uns daher bewusst für ein pragmatisches Vorgehen entschieden: Statt direkt in komplexe Systeme zu investieren, haben wir zunächst mit bestehenden Ressourcen gearbeitet, Verantwortlichkeiten intern aufgebaut und uns gezielt externe Unterstützung geholt.
Gleichzeitig haben wir schnell erkannt, dass Nachhaltigkeit nicht nur Kosten verursacht, sondern auch Potenziale schafft. Durch mehr Transparenz über Verbräuche und Prozesse konnten wir erste Effizienzgewinne identifizieren und Einsparpotenziale aufdecken.
Nachhaltigkeit ist damit für uns kein reiner Kostenfaktor, sondern eine gezielte Investition in die Zukunftsfähigkeit unseres Unternehmens.
Das Datenloch – und wie es gefüllt wird
Eine weitere Herausforderung war die Datenbasis. Für viele Aspekte der Nachhaltigkeit brauchten wir plötzlich Daten, die vorher nie eine Rolle gespielt haben. Besonders Daten für die CO2-Bilanzierung waren für uns zunächst Neuland.
Durch intensive Kommunikation über Abteilungen und Bereiche hinweg haben wir dennoch gangbare Wege gefunden, alle benötigten Daten zu ermitteln. Auf diese Weise konnten wir Prozesse aufbauen, die für die kommenden Jahre genutzt werden können. Diese entwickeln wir kontinuierlich weiter und vereinfachen sie von jetzt an schrittweise.
Abhängigkeit von der Lieferkette
Viele Informationen, die für das Nachhaltigkeitsmanagement relevant sind, müssen von der vorgelagerten Lieferkette bereitgestellt werden. Aus diesem Grund sind Unternehmen sehr auf die Informationsbereitschaft ihrer Lieferanten angewiesen.
Diese Infos zu bekommen, ist allerdings oft aufwendig – und nicht jeder Partner kann die geforderten Daten liefern.
Deswegen haben wir uns dazu entschieden, unsere größten Lieferanten um detaillierte Nachhaltigkeitsinformationen zu bitten und setzen für fehlende Daten aktuell auf Branchendurchschnittswerte. So erweitern wir Stück für Stück unsere Informationen, und können auf diesem Weg unsere Daten immer detaillierter ermitteln, ohne unsere Partner vor unlösbare Aufgaben zu stellen.
Was wir gelernt haben
- Unser wichtigstes Learning: Einfach anfangen!
- Wer Schritt für Schritt und pragmatisch vorgeht, kann auch ohne perfekte Datenbasis große Fortschritte erzielen.
- Unvollständige Daten sind besser als gar keine Daten – und Fortschritt entsteht nicht durch Perfektion, sondern durch Umsetzung.
- Gut Ding will Weile haben – aber man muss den ersten Schritt machen.