4. Mai 2010
Rheine-Bentlage, 4. Mai 2010. Der Kasernenkommandant der Theodor Blank Ka-serne in Rheine-Bentlage, Oberstleutnant Markus Dörenkamp, war froh: seine „alte Dame" bekam endlich eine neue Unterkunft. „Alte Dame" so wird in der ge-schichtsträchtigen Kaserne liebevoll der dort stationierte Hubschrauber vom Typ CH 53 genannt. Am Montag nun wurde Richtfest für die neu errichtete Wartungs-halle 8 gefeiert. Das Dachtragwerk dazu kam aus dem Werk von Christmann & Pfeifer in Breidenbach. Das imposante Tragwerk aus Stahl wurde Mitte März auf insgesamt 4 Schwerlasttransportern in 4 Nächten angeliefert und macht es durch seine Abmessungen erst möglich, dass die Hubschrauber in Zukunft adäquat ge-wartet werden können. Bisher war eine Wartung nur möglich, wenn die Fluggeräte entweder teilzerlegt und die Rotorblätter eingeklappt wurden oder bei Wind und Wetter im Freien. Die neue Lösung ist da wirklich eleganter: die Stahlkonstruktion ermöglicht es, eine Länge von 67 Metern ohne eine weitere Innenraumstütze zu überspannen, die der Wartung der riesigen Transporthubschrauber mit einem Gewicht von gut 19 t und einem Rotorblattdurchmesser von 22 Metern wiederum im Weg wären. Diese Maße zeigen, dass die CH 53 nicht umsonst auch das „Ar-beitstier" unter den Heeresfliegern genannt wird. Sie hat eine Nutzlast von 5.5 t und transportiert im In- und Ausland Personal und Material. Zudem dient die CH 53, aufgerüstet mit medizinischem Gerät, auch als „fliegende Intensivstation".
Die neue Wartungshalle unterstreicht die Wichtigkeit der Transporthubschrauber für das Heer und eine gute Ausrüstung der Truppe wiederum zeigt den Stellen-wert der Bundeswehr für die Demokratie, sagte die Bürgermeisterin von Rheine-Bentlage, Frau Dr. Angelika Kordfelder.Das betonte auch der Richtmeister in seinem Richtspruch:
...und das nach einer Bauzeit von nur knapp neun Monaten - Spatenstich war im September 2009 - und trotz des ausgesprochen harten Winters. Die vielen anste-henden Bauprojekte über diesen Zeitraum bei laufendem Kasernenbetrieb durch-zuführen, war zudem eine große Herausforderung für alle Beteiligten. Markus Vieth, Leiter der Niederlassung Münster des Bau- und Liegenschaftsbetriebs NRW, sprach von einem „reibungslosen Ablauf und einer fristgerechten Realisie-rung der Baumaßnahmen" und lobte die gute Zusammenarbeit aller Beteiligten.
Fleißige und flinke Hände kamen zur Unterstützung auch aus der Heimat der Stahlträger angereist: Christmann & Pfeifer schickte den Konstruktionsmechaniker Manuel Nix aus Bottenhorn und den Schweißfachmann Daniel Tillmann aus Gön-nern nach Rheine-Bentlage, um die Stahlträger, die aufgrund der riesigen Dimen-sionen nur in Hälften transportiert werden konnten, wieder zu einem Ganzen von 67m Länge und 5,50m Höhe zusammenzuschweißen. Auch diese Arbeit wurde ausdrücklich von den Prüfstatikern gelobt.
Bis zur endgültigen Fertigstellung der Halle im Dezember 2010 werden insgesamt 16.000 Kubikmeter Boden bewegt, 2.000 Kubikmeter Beton und 650 t Stahl ver-baut sowie 29.000 Meter Kabel und Leitungen verlegt.
Insgesamt sechs solcher Wartungs- und Instandsetzungshallen sollen in den nächsten Jahren sukzessive die alten Hallen ersetzten, die aufgrund ihrer geringe-ren Größe für diese Arbeiten nur eingeschränkt nutzbar sind.