Bauherr: LVR
Leistung: Stahlbau und Fassadentragkonstruktion zur Überbauung der historischen großen Badehalle „Basilica thermaruma" für den Archäologischen Park Xanten, ca. 1.250 t Stahl
Beschreibung: Der moderne Bau aus Stahl und Glas erhebt sich auf den Fundamentmauern einer gewaltigen römischen Halle, die fast 80 Meter lang und über 20 Meter breit war. Mit einer Attikahöhe von ca. 20 m wird die Originaldimension des Gebäudes beinah exakt abgebildet. Das Haupttragwerk der Museumshalle bilden 14 gewaltige, gelenkig gelagerte Stahlrahmen aus geschweißten Hohlprofilen mit einem Achsabstand von 5,25 m. Die Rahmenstützen haben Abmessungen von ca. 1200 x 350 mm, die Rahmenriegel von ca. 1800 x 350 mm. Sie entsprechen somit der Breite des antiken Mauerwerks. Zudem besitzt das Museum eine geschlossene Fassade mit innenseitiger Stahlverkleidung, der eine gläserne Außenhaut vorgeblendet wurde.
Der Clou des Gebäudes befindet sich jedoch innen: die eindrucksvollen Dimensionen der antiken Architektur werden erfahrbar gemacht. Denn statt einer Geschoßbauweise, die nur einzelne Räume nacheinander erlebbar macht, mäandert der Großteil der Ausstellung auf frei abgehängten Rampen und Ebenen durch den Raum, was den riesigen Innenraum der ehemaligen Basilika abbildet, spürbar macht und ständig überraschende Perspektiven bietet. Die filigrane Stahlkonstruktion führt die Besucher auf einen Rundgang durch die römische Geschichte, ist in die Dachriegel eingehängt und ein ausge-zeichnetes Beispiel für hochwertige Ingenieursarbeit. Ursprünglich als Schweißkonstruktion gedacht, haben die Bauingenieure von Christmann & Pfeifer einen simplen, aber genialen Schraubanschluss zur Aufhängung konstruiert.